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Zusammenfassung KMR 50, Blätter L 7312 Rheinau und L 7314 Baden-Baden mit Westteil des Blattes L 7316 Bad Wildbad

ANDERS, B. & KIMMIG, B. (2011), mit Beiträgen von WERNER, W. und KILGER, B.-M.: Erläuterungen zu den Blättern L 7312 Rheinau und L 7314 Baden-Baden mit Westteil des Blattes L 7316 Bad Wildbad. - Kt. mineral. Rohstoffe Baden-Württ. 1 : 50 000: 243 S., 36 Abb., 9 Tab., 3 Kt.; Freiburg i. Br. (L.-Amt Geol., Rohst. u. Bergb., Regierungspräsidium Freiburg). - [KMR 50].
 
Die Kiese und Sande des Oberrheingrabens bilden den mit Abstand wichtigsten und bedeutsamsten Rohstoff des Blattgebietes. Auf einer Beilagenkarte sind die nutzbaren Mächtigkeiten der Kies- und Sandvorkommen dargestellt, auf den beiden anderen Karten die wirtschaftlich bedeutsamen Rohstoffvorkommen. Die Kiese und Sande des Oberrheingrabens wurden dabei in 46 Teilvorkommen unterteilt. Im Blattgebiet sind derzeit 13 Kiesgruben in Abbau. Insgesamt wurden in den letzten Jahren rund 4,5 Mio. t Kiese und Sande gefördert. Aus dieser Fördermenge wurden fast 3,9 Mio. t an verkaufsfähigen Produkten hergestellt, der nicht verwertbare Anteil liegt also im Mittel bei etwas über 10 %.

Ein Abbau von Vulkaniten hat sicher seit 1986 (Beginn der Betriebserhebungen durch das LGRB), vermutlich jedoch schon deutlich länger nicht mehr stattgefunden. Aufgrund der potenziellen Nutzungsmöglichkeit des Baden-Baden-Quarzporphyrs sowohl als Naturstein als auch als Naturwerkstein zu Restaurationszwecken wurden im Leisberg-Porphyr insgesamt drei Rohstoffvorkommen ausgewiesen.

Auf den beiden Kartenblättern wurden insgesamt 14 Granitvorkommen im Seebach-Granit, Bühlertal-Granit, Forbach-Granit und Oberkirch-Granit für die Gewinnung von Natursteinen für den Verkehrswegebau abgegrenzt, für weitere 14 (Teil-)Vorkommen kommt neben der Natursteingewinnung auch eine Werksteingewinnung in Frage (Doppelnutzung). Insgesamt wurde eine Fläche von 31,3 km² abgegrenzt, wobei auf die nachgewiesenen Vorkommen 12,7 km² entfallen. In zwei der nachgewiesenen Vorkommen findet ein Abbau statt: In den Steinbrüchen Forbach-Raumünzach (Murgschifferschaftsbruch, RG 7316-3) und Forbach (Kirchenbruch, RG 7316-2) wird der Forbach-Granit als Naturstein für den Verkehrswegebau sowie für den Garten- und Landschaftsbau gewonnen.

Der ausschließliche Abbau von Metamorphiten ist aus dem Blattgebiet L 7314 Baden-Baden nicht überliefert. In den wenigen bekannten ehemaligen Gewinnungsstellen wurden Gneise in der Regel gemeinsam mit Ganggesteinen gewonnen. Dennoch wurden zwei Vorkommen im Omerskopf-Gneis-Komplex (gOK) abgegrenzt, in denen die Gneise härter ausgebildet sind und keine ausgeprägte Foliation aufweisen. Ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit wäre aber erst noch durch eine detaillierte Lagerstättenerkundung zu ermitteln.

Löß und Lößlehm überdecken die älteren Sedimente im Blattgebiet weitflächig. Die Informationen über die (nutzbaren) Mächtigkeiten sind jedoch nur selten ausreichend für eine rohstoffgeologische Beurteilung. Großflächige Vorkommen, über die aber nur wenige Informationen vorliegen (weite Schraffur), erstrecken sich auf 10,4 km² Fläche. Weitere fünf Vorkommen können prognostiziert werden (insgesamt 6,3 km²), wobei die einzelnen Flächen kleiner als 250 ha sind, bauwürdige Bereiche aber durch benachbarten ehemaligen Abbau vermutet werden können (enge Schraffur). Insgesamt wurden so Vorkommen grobkeramischer Rohstoffe auf einer Gesamtfläche von 10,4 km² abgegrenzt. Die Lösse und Lößlehme werden im Arbeitsgebiet gegenwärtig nicht zur Herstellung grob- oder feinkeramischer Produkte genutzt, obwohl sie – insbesondere in Kombination mit anderen Tonen – dafür gut geeignet wären.

In den Sandsteinen des Buntsandsteins (Trias) und der Tigersandstein-Formation (Perm) wurden insgesamt sieben (teilweise in Teilvorkommen untergliederte) Vorkommen ausgewiesen, für vier der Teilvorkommen ist eine wirtschaftliche Gewinnbarkeit nachgewiesen (0,5 km²), für weitere sechs prognostizierbar (2,3 km²). Ausgewiesen wurden nur Vorkommen, in denen alte Sandsteinbrüche auf wirtschaftliche Gewinnbarkeit hinweisen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass andere, auf der KMR 50 nicht als Werksteinvorkommen gekennzeichnete Bereiche durchaus abbauwürdige Sandsteinvorkommen enthalten, nach vorliegenden Informationen dann aber in abbautechnisch weniger günstiger Situation.