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Zusammenfassung KMR 50, Blätter L 7512 Offenburg/L 7514 Oberkirch (Westteil) und L 7712 Lahr im Schwarzwald

POSER, C. & KLEINSCHNITZ, M. (2011), mit Beiträgen von BAUER, M. und WERNER, W.: Erläuterungen zu den Blättern L 7512 Offenburg/L 7514 Oberkirch (Westteil) und L 7712 Lahr im Schwarzwald. - Kt. mineral. Rohstoffe Baden-Württ. 1 : 50 000: 362 S., 55 Abb., 15 Tab., 3 Kt.; Freiburg i. Br. (L.-Amt Geol., Rohst. u. Bergb., Regierungspräsidium Freiburg). - [KMR 50].

Im Bereich der genannten Blätter findet Gewinnung von oberflächennahen Steine-Erden-Vorkommen in großem Umfang statt. Die Gesamtfördermenge betrug im Jahr 2008 rund 4,9 Mio. t. Durch rohstoffgeologische Bestandsaufnahme konnten im 1270 km2 großem Arbeitsgebiet insgesamt 92 wirtschaftlich interessante Vorkommen mineralischer Rohstoffe nachgewiesen werden. Die größte Zahl liegt im Bereich des Oberrheingrabens (47); hierbei handelt es sich um hochwertige Vorkommen von Kiesen und Sanden, die im qualifizierten Verkehrswegebau und als Betonzuschlag Verwendung finden. Maximale nutzbare Kiesmächtigkeiten werden mit etwa 120 m bei Goldscheuer erreicht. Derzeit sind 18 Kiesgruben in Betrieb.

Die zweitwichtigste Rohstoffgruppe im Blattgebiet stellen die Rotliegend-Vulkanite (Quarzporphyre) des Schwarzwalds dar, welche v. a. im Verkehrswegebau eingesetzt werden. Gebleichte Quarzporphyre sind vermutlich auch als Zuschlagstoff in der Glasindustrie einsetzbar. Insgesamt konnten 21 Quarzporphyrvorkommen abgegrenzt werden. Auch vier Granitvorkommen im Gebiet des Schwarzwälder Grundgebirges sind als Massenrohstoffe zur Erzeugung von Körnungen für den Verkehrswegebau von Bedeutung. An drei Stellen wird heute noch Oberkirch- und Seebach-Granit abgebaut. Der Seebach-Granit eignet sich auch als Naturwerkstein. Granitgrus, welcher in einem Vorkommen bei Ottenhöfen abgebaut wird, findet im einfachen Verkehrswegebau und als Sportplatzbelag Verwendung.   

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurden in zahlreichen Werksteinbrüchen der Lahr–Emmendinger Vorbergzone Buntsandstein gewonnen. Derzeit sind noch zwei Steinbrüche bei Lahr-Kuhbach und im Bleichbachtal östlich von Herbolzheim in Betrieb. In 18 auf den Karten dargestellten Buntsandsteinvorkommen belegen zahlreiche alte Steinbrüche die gute Eignung als Naturwerksteinmaterial. Von Bedeutung ist auch das Vorkommen von Kalksteinen der Hauptrogenstein-Formation bei Herbolzheim, vor allem weil am Oberrhein nur wenige zugängliche und wirtschaftlich interessante Lagerstätten dieser Art existieren.

Gangförmige Vererzungen wurden im Schwarzwälder Grund- und Deckgebirge vor allem nördlich von Lahr untersucht und zeitweise abgebaut. Hier fand zeitweise reger Bergbau auf Fluss- und Schwerspat sowie auf Eisen-, Silber- und Bleierze statt. Als Besonderheit ist das mitteljurassische Eisenerzvorkommen vom Kahlenberg und Rötelberg bei Ringsheim, Herbolzheim und Ettenheim zu nennen, in dem von 1937 bis 1968 sowohl unter- wie übertage Bergbau umging. Zeitweise von regionaler Bedeutung war der Steinkohlenbergbau (Oberkarbon) von Diersburg-Berghaupten. Im Oberrheingraben sind kleinere Erdölvorkommen aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise für die Industrie derzeit wieder von Interesse.